Segeltörn 2026 - Abenteuer, Gemeinschaft, Entdeckungen

Vom 20. bis 27. Juni 2026 machten sich fünf Jugendliche gemeinsam mit ihren Begleitpersonen auf den Weg nach Südfrankreich. Ziel war Port Napoléon bei Port-Saint-Louis-du-Rhône, wo bereits das Segelschiff Inuit auf uns wartete.
Die Vorfreude auf den Törn war bei allen gross. Ein Mädchen hatte bereits im Vorjahr teilgenommen und wollte unbedingt wieder dabei sein. Ihre Freundin wurde beim Betrachten der Fotos und Filme der vergangenen Segeltörns neugierig und entschloss sich ebenfalls mitzukommen. Auch zwei Zwillingsbrüder waren voller Vorfreude, nachdem sie im letzten Jahr noch verhindert gewesen waren. Ergänzt wurde die Gruppe durch einen Jugendlichen aus dem Autismusspektrum, der durch die Bilder und Berichte der vergangenen Jahre Interesse am Segeln entwickelt hatte. Dank einer individuellen Lösung konnte auch er an dieser besonderen Ferienwoche teilnehmen.
Nach der Ankunft wurden die Kojen bezogen, das Schiff erkundet und die Vorräte verstaut. Noch am ersten Abend liefen wir in eine nahegelegene Bucht aus und konnten den heissen Sommertag mit einem erfrischenden Bad im Meer ausklingen lassen.

Eigentlich hatten wir uns auf eine Woche mit viel Segelwind eingestellt. Das Wetter hatte jedoch andere Pläne: Über die ganze Woche hinweg herrschte meist Flaute, sodass wir viele Strecken mit dem Motor zurücklegen mussten. Dafür boten sich unzählige Gelegenheiten zum Baden und Geniessen der wunderschönen Küstenlandschaft.
Am Sonntag erreichten wir die Insel Frioul, wo wir in einer malerischen Bucht ankerten. Unterwegs legten wir einen längeren Badestopp mitten auf dem Meer ein, was für viele ein besonderes Erlebnis war. Da die Segel aufgrund des fehlenden Windes nur selten zum Einsatz kamen, mussten wir darauf achten, dass alle Jugendlichen aktiv ins Bordleben eingebunden blieben und die gemeinsame Zeit miteinander gestalteten.

Ein weiteres Highlight war der Aufenthalt in Cassis. Mit dem Dingi gelangten wir an Land, schlenderten durch die Stadt und gönnten uns bei den sommerlichen Temperaturen natürlich ein feines Eis. Die Jugendlichen nutzten die Gelegenheit auch für kleine Einkäufe. Besonders erfolgreich war ein Jugendlicher, der sich eine Angelrute kaufte. Noch am selben Abend fing er seinen ersten Fisch überhaupt. Dieser wurde an Bord zubereitet und gemeinsam probiert.
Da sich die Jugendlichen einen Tag am Strand wünschten, gelang es uns am nächsten Morgen, einen Hafenplatz in Cassis zu ergattern. So konnten wir einen herrlichen Tag am Meer verbringen. Die anschliessende Dusche im Hafen wurde von allen besonders geschätzt. Am Abend gingen wir gemeinsam in einem Restaurant essen und liessen den Tag gemütlich ausklingen.
Am Mittwoch besuchten wir vor der Weiterreise den Markt von Cassis. Anschliessend führte uns die Route zur Île Verte. Dort fanden wir einen faszinierenden Ankerplatz mit Felsen und kleinen Höhlen. Die Jugendlichen machten sich sofort auf Erkundungstour, ausgerüstet mit Schnorchel und Taucherbrille. Besonders spannend war es, die Lachmöwen an ihren Brutplätzen zu beobachten.

Auch die Angelrute kam weiterhin zum Einsatz. Zwei weitere Fische gingen an den Haken, konnten sich jedoch im letzten Moment wieder befreien. Der Jugendliche bewies dabei viel Geduld, Ausdauer und Begeisterung.
Langsam mussten wir dann den Rückweg antreten. Eine weitere Nacht verbrachten wir in der wunderschönen Calanque de Morgiou, bevor wir am Freitag wieder unseren Ausgangshafen erreichten. Dort hiess es putzen, aufräumen und packen. Einig waren sich alle: Eine zusätzliche Woche auf dem Schiff hätten wir uns problemlos vorstellen können.
Am Samstag machten wir uns schliesslich auf den Heimweg. Im Gepäck hatten wir viele schöne Erinnerungen, neue Erfahrungen, lustige Geschichten und das gute Gefühl, gemeinsam eine ganz besondere Woche erlebt zu haben. Trotz wenig Wind wurde der Segeltörn 2026 zu einem grossartigen Abenteuer voller Gemeinschaft, Entdeckungen und unvergesslicher Momente.
Für das Segelteam: Rabea Boos